Stadt Bern: Medienorientierung

 

 

Medienmitteilung vom 24.10.2017, 12 Uhr:

Tram Ostermundigen?

Die Freie Arbeitsgruppe Städtebau und Öffentlicher Verkehr, Bern (AGSÖV), ruft das städtische Stimmvolk auf, zum Tram Bern-Ostermundigen (TBO) NEIN zu stimmen.
Der Nutzen dieses Projekts wäre zu klein, die Opfer und der Schaden für Bern zu gross, Alternativen greifbar.
 

Falschspiel mit gezinkten Würfeln

Die AGSÖV wirft dem Gemeinderat der Stadt Bern ein bewusstes Falschspiel mittels fehlender und unzutreffender Informationen vor:

  1. Es gibt keinen technischen oder sachlichen Grund, genau jetzt über genau diese angeblich einzige und erst noch unfertige Lösung abzustimmen; diese frühe Abstimmung ist nur politisch gewollt. -> Die Baudirektorinnen sind sich einig
     
  2. Bern -> kauft die Katze im Sack und hat nur Nachteile einer solchen Tramlinie.
    Ostermundigen verdient sicher eine gute ÖV-Anbindung, Aber der Bahnhof Ostermundigen wird auch ohne dieses Tram ausgebaut, die S-Bahn wird auch ohne dieses Rumpfprojekt von TRB verdichtet, und eine zusätzliche Entlastungslinie auf einer andern Route wäre griffbereit. -> TBO als TRB-Überbleibsel wurde nie einzeln geprüft.
     
  3. Die Planungsgrundlagen sind überholt (Datenbasis über 10 Jahre alt). Nun sind die -> alternativen Linien und Fahrzeuge greifbar und werden immer plausibler
     
  4. Immer, wenn man bauen will, sind Bäume "krank". 2014 musste das auch der Leiter von Stadtgrün sagen. Aber die Alleen, die man dem Tramprojekt opfern will (-> Baumbilanz des Auflageprojekts), sind nicht „zur Hälfte krank“ (-> Bund-Artikel 2014), sondern gesund. Mehrere Baumexperten widerlegen die Behauptungen von 2014.
    -> Baumexperte Dietrich
    -> Forstingenieur Mohr

     
  5. Die Fondation Franz Weber / Helvetia Nostra streicht die historische und ökologische Bedeutung der Alleen hervor. Jeder vitale alte Baum ist ein unersetzlicher Biotop. -> Statement Vera Weber, Fondation Franz Weber
     
  6. Die Fachstelle für Historische Verkehrswege beim Bundesamt für Strassen Astra spricht von der "praktisch vollständigen Zerstörung des historischen Verkehrwegs" und fordert ein möglichst breites Kronendach. Illusion mit diesem Projekt: -> hier der Worlaut
     
  7. Auch die angeblich verschonten Alleebäume an der Viktoriastrasse werden sterben, auch die Sportplatzlinde -> was ein dritter Baum-Fachmann meint
     
  8. Das Erscheinungsbild einer neuen Friedhofsallee nach dem Trambau wurde mit einer täuschenden Fotomontage beschönigt. -> Fake-"Visualisierung" der Stadt (sogar in der Abstimmungsbotschaft!). Aber alle Bäume im Strassenraum in -> diesem aktuellen Bild müssten weg.
     
  9. Eine Allee kann man nicht "verschieben", und neue Alleebäume werden sich kaum entfalten können: Die Fahrleitungen behindern die Kronenbildung, der Gleis- und Werkleitungsbau schädigt den Wurzelraum. -> Freihalteraum im Kronenbereich über Fahrleitung
     
  10. . Die hängige Studie zu den ÖV-Linien Wyler und Länggasse ("Zweckmässigkeitsbeurteilung", ZMB) wird wohl absichtlich zurückgehalten bis nach der Stadtberner Abstimmung. ->warum wohl? (+ Regierungsratsbeschluss)
    Sie war auf Ende 2016 angekündigt, aber vermutlich nährt sie Zweifel an Verkehrsmittel und Linienführung von TBO.
  11. . Das von Befürwortern zitierte Gutachten Weidmann kritisiert den vorzeitigen Ausschluss (und damit die mangelnde Prüfung) der Alternativen (-> Kritik aus Gutachten Weidmann). Auch Linien, die nicht über Zytglogge führen, hätten verkehrstechnisch gutes Potential, sind aber bei den Behörden unbeliebt (siehe auch obigen Link, Stichwort "traumatisierte Behörden").
     
  12. . Mit bloss 25 Millionen für Bern ist es nicht gemacht. Die fehlende Wendemöglichkeit für ein Mundigentram im Zentrum (-> im Weissenbühl wenden?), das absehbare Tramchaos am Zytglogge (städtebaulich untragbar verstärkte Trennwirkung zwischen oberer und unterer Altstadt), und die Überlastung im Rohr und am Hirschengraben werden eine zweite Tramachse (2TA) nach sich ziehen. Sie kostet nochmals weit über 100 Mio, wobei die -> bisherige Planung 2TA untauglich ist.
    Summiert (Projektänderungen, Bauteuerung bis Baubeginn 2022) werden dem Steuerzahler gegen 400'000'000 Fr. zugemutet. -> Geldspiel?
  13. . Echte Innovationen wie Doppelgelenk- und Elektrobusse oder wenigstens Trams mit beidseitigen Führerständen (-> die Vorteile) werden totgeschwiegen oder schlechtgeredet.

 

Ein Nein gibt Zeit und Denkhorizont. Die Behörden erhalten Zeit und Chance, die alten Konzepte zu überdenken, die neusten Erkenntnisse einzubeziehen, andere ÖV-Lösungen intensiver zu prüfen als bisher, und ohne Druck die ÖV-Anbindung von Ostermundigen zu optimieren.

Die AGSÖV ist überzeugt, dass dieses veraltete, untaugliche und für Bern nachteilige Projekt nun beerdigt werden muss.

Bern verdient Besseres!

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Rückfragen und Auskünfte:
Jürg Schweizer 
Urs Dürmüller
Vera Weber
Fabian Dietrich (Baumexperte)

(Telefonnummern haben alle Eingeladenen erhalten):

Längere Texte zum Gegenlesen am liebsten per  eMail
 

Bild: Diese gesamte Allee müsste für das Tramprojekt vollständig vernichtet werden. Die "Verschiebung" oder der "Ersatz" dieser Allee ist eine Schönfärberei.

 

Kontakt

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