Warum kommt die Studie zum ÖV Wyler und Länggasse nicht?

Offenbar wird die sog. "Zweckmässigkeitsbeurteilung" (ZMB) Wyler & Länggasse absichtlich zurückgehalten, bis die Abstimmung in der Stadt Bern vorbei ist.
Jedenfalls wurde eine Verzögerung um mindestens 1 Jahr nie kommuniziert, obwohl gerade hinsichtlich TBO schon lange Bericht erwartet wurde, weil die Zusammenhänge zu bereits laufenden Planungen und Projekten ja augenfällig sind (Tram Ostermundigen, Bahnhofvergrösserung).


Gemäss dem -> Regierungsratsbeschluss 2015 und auch späterer Bestätigunen sollte die ZMB Wyler &Länggasse auf Ende 2016 (allenfalls Anfang 2017) vorliegen. Und noch im Frühling 2017 sagte das Amt für ÖV, dass im Sommer 2017 die öffentliche Mitwirkung dazu stattfinden werde.
Nun ist Herbst 2017, und die ZMB ist noch nicht publiziert.
Warum wohl?

Um ein Jahr kann man sich kaum verrrechnen, wenn die ZMB angeblich keinen Einfluss auf TBO haben soll (so RR Barbara Egger im Juni in der Grossratsdiskussion, -> Audiofile, Zeitpunkt ab 1h22'50''.) Und dass andere Projekte wie der Bahnhofausbau Bern unterwegs sind, wusste man ebenfalls schon seit Jahren.

Was könnten also die Gründe sein?

  1. Vermutlich befürchtet man, eine Publikation vor der Stadtberner Abstimmung könnte Zweifel nähren an der bisher geplanten Linienführung oder dem Verkehrsträger (Tram) für die Linie 10.

  2. Nicht für die Länggasse, sondern nur für Wyler sieht die ZMB eine Tramlinie vor. Eine solche Tramlinie könnte die alternative Tram-Linienführung via Lorrainebrücke, dann via Viktoriarain oder via Breitenrainstrasse/Guisanplatz oder via Wankdorf-Schermenweg wieder plausibel erscheinen lassen, wenn man schon ein zweites Tram Richtung Wankdorf baut. Aber das wollen die Tram-Befürworter nicht.

  3. Die ZMB sieht für Wyler oder Länggasse kein Tram vor, sondern Doppelgelenkbusse.
    Dies würde zeigen, dass eine vergrösserte Nachfrage auch mit Bussen befriedigt werden kann, und erst noch flexibel und mit Rücksicht auf bereits baureife Projekte wie die Länggassplanung. Auch das wollen die Tram-Befürworter aber nicht.

  4. Die ZMB sieht für die Länggasse doch ein Tram vor. Dies würde zwar das Wendeproblem im Zentrum "lösen", jedoch sicher auch eine Zweite Tramachse (2TA) erfordern über 100 Mio Mehrkosten. Zudem müssten entweder erneut der Bahnhofplatz völlig umgebaut werden, oder aber man revidierte die bisher völlig untauglichen Planung 2TA via Speichergasse.
    Zudem würde die gesamte lange Planung Länggassstrasse, die seit 15 Jahren (Abstimmung 2002 zu den Begleitmassnahmen Neufeldtunnel) hängig ist, wieder den Bach runtergehen, was "unnötigen" Widerstand aus der Länggasse provozieren könnte.

  5. Falls es nur sachliche Gründe für die Verzögerung gäbe, hätte man sicher längst darüber informiert.

  6. Update 31.10.17:
    Übrigens fand auch die angesagte Information der Quartierkommission Länggasse durch Ursula Wyss und Verkehrsplaner Karl Vogel nicht statt... -> Website noch am 4.11. und jetzt

Also auch hier ein Falschspiel?

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