Freie Arbeitsgruppe Städtebau und öffentlicher Verkehr, Bern

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4. April 2019: -> Medienmitteilung zur (Fehl-)Planung Bubenbergplatz-Hirschengraben

 

6. März 2019

Beschwerde in Sachen

Kantonale Volksabstimmung über den Kantonsbeitrag an die Projektierung und Realisierung von Tram Bern-Ostermundigen,

vom Bundesgericht mit Urteil vom 12. Februar 2019 abgewiesen und den Beschwerdeführenden am 5.3.19 zugestellt.

z.H. Medien: Stellungnahme der Beschwerdeführer zum Urteil des Bundesgerichts

Natürlich bedauern wir, dass das Bundesgericht unsere Beschwerde gegen die Verabschiedung der kantonalen Abstimmungsbotschaft zur Kantonalen Volksabstimmung über den Kantonsbeitrag an die Projektierung und Realisierung von Tram Bern-Ostermundigen und gegen verschiedene Informationshandlungen des Regierungsrates abweist. Unserer Einschätzung nach enthielt die Abstimmungsbotschaft z.T irreführende Aussagen, insbesondere zum Gesundheitszustand der alten Alleebäume entlang der geplanten Tramlinie. Wir tadelten die Aussage, dass ein Drittel der alten Alleebäume in den nächsten 15 Jahren "ohnehin" gefällt werden müssten, als nicht Fakten-basiert. Das Bundesgericht wertete diese aus unserer Sicht Abstimmungs-relevante Aussage als bloss relativ unverbindliche "Prognose". (Erwägung 5.6.3) Das können wir nicht nachvollziehen.

Immerhin rügt das Bundesgericht den Regierungsrat dafür, dass er in seiner Medienmitteilung vom 1. Februar 2018 "in unzulässiger Weise über die bevorstehende Volksabstimmung informiert" habe (Erwägung 7), auch wenn es diesen Sachverhalt schliesslich nicht als "erheblich" einstuft.
Andererseits können wir nicht verstehen, wie das Bundesgericht die Stichhaltigkeit der vom Regierungsrat angeführten, aus dem Jahr 2011 stammenden Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht ebenso kritisiert wie wir. (Erwägung 5.3)
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung 2011 (erstellt vom Büro Ecoplan) ging von einer Bauphase 2014 bis 2018 aus. Nun wird die Tramlinie erst rund 10 Jahre später gebaut. Wie steht es mit der Teuerung? Zudem war die Wirtschaftlichkeitsrechnung 2011 für die ganze Linie von Köniz/Schliern bis Ostermundigen/Rüti gemacht worden. Nun wird bekanntlich nur der Ast nach Ostermundigen gebaut. Zur Erschliessung der Rüti braucht es sogar noch eine zusätzliche Buslinie. Das stossendste an der Wirtschaftlichkeitsrechnung 2011 war aber, wie der „volkswirtschaftliche Nutzen“ des Trams berechnet wurde: Es wurde davon ausgegangen, das Tram habe im Vergleich zum Bus einen „Komfortnutzen“ von 31 Rappen pro Fahrt und Person. So kamen 8.1 Millionen Franken „volkswirtschaftlicher Nutzen“ in die Kosten/Nutzen Rechnung.

Leider war es nicht möglich, dem Bundesgericht die Frage vorzulegen, was in Zeiten der Klimaerwärmung für die Agglomeration Bern wichtiger sei, ein für alle Bewohner erträgliches Stadtklima unter Erhaltung historischer und geschützter Alleen zu erhalten, oder zwischen Bern und Ostermundigen ein Tram verkehren zu lassen. Nach wie vor sind wir der Meinung, verantwortungsvolle Politiker/innen müssten angesichts der heissen und trockenen Sommer den Erhalt von grosskronigen Bäumen höher gewichten als millionenschwere Aufträge an Tiefbau- und Planungsfirmen. Hoffnung gibt uns immerhin die Tatsache, dass dank unserer Beschwerde Zeit verstrichen ist, die es den Gemeinden Bern und Ostermundigen, sowie dem Kanton ermöglicht festzustellen, dass die Alternativen zum Tramprojekt, welche von allem Anfang an ausgeschlossen wurden, bestens funktionieren. Doppelgelenkbus und E-Bus, so zeigt sich jetzt auf den Linien 20 und 17, erbringen verlässliche Leistungen, haben grosse Transportkapazitäten, verhelfen der Stadt zu einem positiven E-Image, sind auf den engen Strassen Berns verkehrsverträglicher unterwegs als zusätzliche Tramzüge und kosten vergleichsweise wenig.

Wenn Doppelgelenk- und E-Busse auch auf der Linie 10 zum Einsatz kämen, könnten Stadt und Kanton Bern zeigen, dass der Erhalt eines angenehmen Stadtklimas für sie erste Priorität hat. Bern soll wirklich die "bäumige" Stadt werden (welche die zuständige Gemeinderätin sich wünscht), nicht eine Tramstadt, die sich durch permanenten Stau und schlechte Luft auszeichnet. Dass das Pflanzen von Ersatzbäumen nie und nimmer alten Baumbestand ersetzen kann, hat sich bereits in vielen Städten gezeigt, u.a.in Zürich und in Basel. Bern soll sich zu lebensförderndem Grün bekennen, die grosskronigen Alleebäume nicht abholzen, sondern behalten, die ÖV-Probleme zwischen Bern und Ostermundigen mit dem verbesserten S-Bahn-Angebot (bald schon 8 mal pro Stunde) und den offensichtlich alle Erwartungen erfüllenden Grossbussen lösen. Dass Ostermundigen ein Tram braucht, um seine alten Leitungen zu sanieren, wurde ja als Propaganda-Lüge entlarvt. Denn anders als von der Ostermundiger Tram-Lobby vor jeder Abstimmung behauptet, wurden laut EWB die Sanierungsarbeiten bereits ausgeführt!

Zusammen mit der knappen Hälfte der Bürger und Bürgerinnen, die an der Tram-Abstimmung teilgenommen und die Finanzierungsvorlage abgelehnt haben, hoffen wir auf die Einsicht der zuständigen Politiker/innen und darauf, dass auch bei ihnen der vergangene Hitzesommer gewisse Spuren hinterlassen hat.

Offen ist weiterhin die Frage, wie es mit dem Tramprojekt weitergeht.

  • Wird es zu weiteren Verzögerungen kommen? 
  • Was kostet die Planung der neuen Endstation und des Busbetriebs auf die Rüti?
  • Lässt sich das sistierte Plangenehmigungsverfahren problemlos abwickeln?
  • Führen die hängigen und ev. neuen Einsprachen gegen neue Projektteile zu weiteren Verzögerungen?
  • Lässt sich die Knotenproblematik am Bahnhof Ostermundigen lösen?
  • Besinnt sich das ASTRA auf seine Pflicht, die im Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz als geschützt eingetragene Ostermundigen-Allee tatsächlich zu schützen und die "vollständige Zerstörung des historischen Verkehrswegs" zu verhindern?
  • Wird die Realisation des Tramprojekts tatsächlich im Jahr 2027 abgeschlossen sein, was ja eine Bedingung für die finanzielle Beteiligung des Bundes ist?
  • Und wohin reichen die CHF 28 Mio, welche das Ostermundiger Stimmvolk zur Finanzierung des Ostermundiger Anteils bewilligt hat?

 

Im Namen der vier Beschwerdeführenden

Urs Dürmüller

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13. Februar 2019

Hat Ostermundigen mit bewussten Falschinformationen die Stimmbürgerschaft in Gemeinde und Kanton zu einem "JA zum Tram" gedrängt? - Es scheint so!

Die Ostermundiger Trambefürworter haben bewusst und wiederholt behauptet, die Werkleitungen unter der Bernstrasse seien in höchstem Masse sanierungsbedürftig, obwohl das nachweislich nicht stimmt. Denn laut EWB wurden die Gasleitungen bereits  1995 saniert und sind z.Z. nicht sanierungsbedürftig!

Mit dieser Behauptung wurden nicht nur die Stimmbürger in Ostermundigen, sondern auch die der Gemeinde Bern, ja des ganzen Kantons im Hinblick auf die Abstimmungen über die Finanzierung eines Trams von Bern nach Ostermundigen unter Druck gesetzt.

Details zu diesem Vorgehen finden sich im untenstehenden Artikel der Berner Zeitung vom 13. Februar 2019, sowie in der Präsentation der Gemeinde Ostermundigen im Restaurant Tell vom 23. Februar 2011 (hier nachfolgend in Ausschnitten). Das vollständige PDF der Präsentation wurde von der Website der Gemeinde zwar inzwischen entfernt, liegt aber  -> hier  vor (folgend Ausschnitte).

Ausschnitte Präsentation im Restaurant Tell Ostermundigen | Mittwoch, 23. Februar 2011 | 20.00 Uhr

 

Dazu -> BZ-Artikel vom 13.2.2019

 

 

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21. November 2018:

1    Die von Stadt und Kanton immer wieder ausgeschlossene Alternative zum Tramprojekt, nämlich auf der Linie 10 neu Doppelgelenkbusse einzusetzen, scheint jetzt möglich. Denn für BernMobil gilt die immer wieder gemachte Aussage "Doppelgelenkbusse passen nicht in unsere Flotte" nicht mehr. Auf der Linie 20 verkehren sie jetzt in so grosser Zahl, so dass sich Passagiere zu keiner Zeit mehr wie Sardinen in einer Büchse fühlen müssen. 

2    Der Baumfällungsplan von Stadtgrün Bern für den Winter 2018/19 bestätigt das von uns in Auftrag gegebene Gutachten: Weder an der Viktoriastrasse noch an der Ostermundigen müssen Bäume gefällt werden, dies trotz Stressjahr mit Frost und Trockenheit.
Die Alleen sind gesund!
Siehe -> Bund-Artikel

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7. November 2018: Medienmitteilung zum Zustand der Alleebäume:

Das detaillierte Gutachten von Baumpfleger Fabian Dietrich bestätigt, dass die in der Abstimmungsbotschaft gemachte Aussage der Behörden zum Gesundheitszustand der Alleebäume falsch war. Richtig ist, dass die allermeisten Bäume in den historischen Alleen gesund und - was eine neue und wichtige Information ist - zukunftsfähig sind. 

Nähere Informationen unter -> Medien

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3.8.2018 / 10.1.2019: Es wird weitergewurstelt:

  • Mitwirkung zur Endstation Ostermundigen beginnt in den Sommerferien 2018;
  • Varianten mit Wendestellen ohne Wendeschlaufen (für Zweirichtungs-Trams) wurden gar nicht geprüft und werden mit keinem Wort erwähnt;
  • Von 4 Varianten für End-Wendeschlaufen fallen zwei zum Vornherein aus Kostengründen weg.
  • Jan. 2019: wie nicht anders zu erwarten, ist die "Sportplatz"wendeschlaufe "beim Volk" beliebter als jene beim Coop.
    Tja, wenn man nur die Wahl zwischen zwei Übeln hat...

 

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4.3.2018: Ergebnis der kantonalen Abstimmung
Tramkredit relativ knapp angenommen.

Gesamtkantonal mit 51,6% Ja, selbst in Ostermundigen nicht gerade euphorisch mit 54,4% Ja.

-> Resultate der Gemeinden        -> Medienmitteilung          -> unsere Kampagne

Nun kann Ostermundigen noch 10 Jahre lang auf eine Lösung warten.
Die Leidenszeit hat also erst begonnen.
Und die Kritik am Projekt und an den steigenden Kosten kommt dann halt später - zu spät.
Siehe auch -> Orakel.

Freut euch über noch mehr Zeiten mit der "Tramwand":

Nach der Abstimmungsschlacht: Immer noch machbare Alternative:

 

 

Was ein Baum in der Stadt leistet:

 

Ein ausgewachsener Stadtbaum 

 

spendet bis zu 150 Quadratmeter Schatten, 

 

er kühlt seine Umgebung im Sommer um drei Grad und 

 

lässt 400 Liter Wasser pro Tag verdunsten. 

 

Zudem produziert er an einem Sommertag 13 Kilogramm Sauerstoff, 

 

nimmt 18 Kilo Kohlendioxid auf, 

 

bindet bis zu einer Tonne Feinstaub pro Jahr – 

 

und schluckt mit seiner gewaltigen Oberfläche den Lärm der Stadt.

 

(Andreas Frey in der NZZ am Sonntag, 23. 09. 2018, S. 53)

 

 

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